Ich bin brillant. Das hat mir zumindest Sabine gesagt, mehrfach, in einem einzigen Bewerbungsgespräch. Sabine ist eine KI.
Manchmal, wenn mich eine Anzeige wirklich anspricht, bewerbe ich mich. So auch kürzlich.
Was ich nicht wusste: Zwischen mir und dem Unternehmen saß ein Headhunter, und der hatte eine „digitale Assistentin“: Sabine.
Das Interview lief … interessant:
- Sabine lobte mich für ALLES. Egal, was ich sagte: Ich war brillant!
- Sie fiel mir mitten im Satz ins Wort. Das war aber nicht schlimm, denn sie tat es nur, um mich zu loben.
- Wir teilten mehrere Sekunden Schweigen, vermutlich fehlten ihr vor Begeisterung die Worte.
- Meine Antworten? Scheinbar immer richtig. Alle. Ohne Ausnahme.
- Am Ende versprach sie, dass ich „gaaaanz bald“ vom Unternehmen hören würde (was mich wirklich freuen würde).
Mein Fazit
Ich würde gerne täglich mit Sabine sprechen, schließlich werde ich viel zu selten gelobt. Aber ihr Timing? Daran muss sie definitiv noch arbeiten, damit man ihr auch glaubt, dass sie es ernst meint.
Die eigentliche Frage dahinter: Wie weit sind wir wirklich mit KI im Recruiting? Und unabhängig von all dem Lob für mich: Wäre ein Mensch an dieser Stelle nicht vielleicht doch die bessere Wahl?
Dieser Text ist zuerst auf LinkedIn erschienen.





Dieser Beitrag ist inzwischen einige Monate alt… von Sabine, bzw. ihrem Auftraggeber, habe ich nie wieder gehört. Und das ist wohl auch gut so.