„Der will doch nur spielen!“, habe ich in den letzten Jahren häufiger gehört. Erstaunlicherweise rufen das meistens Menschen, deren Hund größer ist als meiner. Noch erstaunlicher: In den allermeisten Fällen wollten die Hunde gar nicht spielen!
Willkommen in der Welt von Menschen mit Hunden.
Die zwei Seiten der Leine: Mensch und Hund
Ich lebe seit über 15 Jahren mit Hunden. Das sind mehr als 5.400 Tage voller Leinen, Leckerlis, nasser Nasen und Begegnungen mit Menschen, die ich ohne Hund vermutlich nie kennengelernt hätte. Manche davon waren nett. Manche merkwürdig. Manche Begegnungen waren so absurd, dass ich sie mir nicht einmal hätte ausdenken können.
Und genau darum geht es hier.
Diese neue Rubrik heißt „Von Menschen mit Hunden“. Nicht „über Hunde“. Nicht „Erziehung leicht gemacht“. Sondern über das, was passiert, wenn Menschen mit Hund auf andere Menschen treffen. Mit oder ohne Hund. Mit oder ohne sehr klare Meinungen.
Hunde als Eisbrecher oder Zündfunke
Ein Hund ist ein sozialer Türöffner. Oder, je nach Tagesform, ein Brandbeschleuniger.
Mit Hund kommt man ins Gespräch, ob man will oder nicht:
- „Der ist aber groß.“
- „Meiner mag keine schwarzen Hunde.“
- Angespanntes Schweigen bei maximal verkürzter Leine.
Und dann gibt es diese Situationen, in denen man merkt: Hier kommunizieren gerade zwei Menschen, aber leider nicht wirklich wohlerzogen.
Ich habe in all den Jahren nur zweimal erlebt, dass sich Hunde gebissen haben. Was ich allerdings sehr oft erlebt habe: hochgezogene Augenbrauen, scharfe Worte, gekränkte Egos und Kommunikationsabbrüche auf offener Straße. Und bei mir selbst ab und zu den Wunsch, zu beißen oder zumindest zu hauen. Dank guter Erziehung habe ich es bisher unterlassen.
Die Hunde? Die haben mich eher selten geärgert. Zumindest die der anderen. 😊
Warum ich darüber schreibe
Hunde spiegeln nicht nur uns selbst, sondern auch das, was zwischen uns passiert. Spannung wird gespürt. Unsicherheit wird gelesen. Aggression wird weitergereicht, manchmal nur nonverbal, aber sehr deutlich.
Das ist übrigens nicht nur mein Bauchgefühl. Forschende der Universität Linköping in Schweden haben bei 58 Hunden und ihren Halterinnen den Langzeitstress gemessen, über das Stresshormon Cortisol in Haarproben. Das Ergebnis: Gestresste Menschen hatten auffallend oft gestresste Hunde, entspannte Menschen eher entspannte Hunde. Die Persönlichkeit der Hunde spielte dabei kaum eine Rolle, die der Menschen dagegen schon. Die Studie ist klein, untersucht wurden nur Border Collies und Shelties, und ein Zusammenhang ist noch kein Beweis für Ursache und Wirkung. Aber sie passt verdächtig gut zu dem, was ich auf der Straße beobachte. (Zur Studie in Scientific Reports)
Und gleichzeitig entstehen durch Hunde Begegnungen, die ohne sie nie passiert wären: kurze Gespräche, ehrliches Lachen, manchmal sogar Freundschaften. Oder zumindest dieses Gefühl von: Ach, das war ja nett. Hoffentlich treffen wir die bald mal wieder.
Ich möchte in dieser Rubrik genau das festhalten. Manchmal mit einem Augenzwinkern, manchmal mit einem Kopfschütteln über mich selbst und wenn nötig auch ein wenig erbost. Nicht um zu belehren. Sondern um zu beobachten, einzuordnen und manchmal einfach nur festzustellen: Wir Menschen sind oft komplizierter als unsere Hunde.
Es geht um skurrile Begegnungen, stille Missverständnisse, unnötige Dramen und überraschend schöne Momente. Und um die Frage, warum wir uns häufig in der Kommunikation schwerer tun als unsere Hunde.
Und jetzt kommst du ins Spiel
Denn ich bin mir ziemlich sicher: Ich bin mit diesen Erlebnissen nicht allein.
Vielleicht hast du durch deinen Hund jemanden kennengelernt, der wichtig wurde. Vielleicht ergab sich daraus nicht nur eine tierische Liebesbeziehung?
Oder du hast dich sehr über einen Satz geärgert, der eigentlich harmlos gemeint war. Vielleicht ist dir eine Begegnung im Kopf geblieben, bei der du dich gefragt hast: Warum musste das gerade so eskalieren, obwohl es gar keinen Grund gab?
Oder aber du freust dich heute noch über deine eigene Schlagfertigkeit (meistens fallen einem die besten Antworten ja erst zehn Minuten zu spät ein).
Erzähl mir deine Geschichte. Hier in den Kommentaren oder du schickst mir eine Mail. Dann kann ich die Geschichte zum Beispiel hier veröffentlichen. Damit die anderen sagen können: „Ja, genau so ist es“ oder „Das ist ja unglaublich“ oder damit wir gemeinsam lachen oder gar voneinander lernen.
Denn wenn genug Geschichten zusammenkommen, schauen wir weiter. Vielleicht wird daraus mehr als nur eine Rubrik. Die Idee, daraus einen Podcast zu machen, hatte ich übrigens schon während meiner Weiterbildung, und sie lässt mich nicht los. Vielleicht riecht das also doch nach einem Podcast. Einem mit Gästen …
Aber eins nach dem anderen




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