Der Norden Deutschlands versinkt im Schnee – und da die Räumdienste eh nicht hinterherkommen, sind die Wege in Parks nur notdürftig geräumt – man muss sie ja nicht nutzen. Als Hundebesitzer macht man es dennoch. Das führt zum Teil zu eher noch skurrileren Begegnungen von Menschen mit Hunden.

Zu Anfang eine Kaufempfehlung, die nicht wirklich etwas mit dem Thema zu tun hat:
Leider bin ich auf die Idee mit den Spikes erst gegen Ende des Winters gekommen – hiermit spreche ich Hundebesitzern und Spaziergängern jeden Alters eine dringende Empfehlung aus – Spikes sind einfach toll.

Als die Begegnung stattfand, hatte ich noch keine Spikes unter den Füßen und schlitterte daher wie alle anderen so vor mich hin. Fritz und ich liefen mit seiner Freundin Sinja und deren Besitzerin – man könnte auch sagen mit meiner Freundin Conny und deren Hund – aber wer bin ich denn, dass ich uns so wichtig nehme – durch den Park, die Hunde im Freilauf, was das Balancieren auf den Eisplatten ungemein erleichtert.

Sollten Menschen nicht mehr als ihre Hunde wiegen?

Da sehen wir aus einiger Entfernung eine sehr kleine Frau mit einem sehr großen Hund auf uns zulaufen – gefühlt haben die beiden das gleiche Gewicht. Der Hund ist angeleint. Wohlerzogen wie wir sein können, rufen wir unsere Hunde zu uns. Wohlerzogen wie diese sein können, kommen sie und lassen sich anleinen.

So gehen wir aufeinander zu. Da der Weg eng ist, gehen Conny und ich schon hintereinander. Die Dame geht mitten auf dem Weg auf uns zu. Dann lässt ihr Hund sich fallen – mitten auf dem Weg, geschätzte 40-50 kg. Die Besitzerin zuckelt an der Leine, das Tier scheint es nicht zu bemerken. Beide bleiben einfach da, wo sie sind. Conny überholt mit ihrer Hündin an der kurzen Leine zügig und bleibt nach ein paar Metern stehen, um auf uns zu warten.
Ich frage die Dame: „Rüde oder Mädchen?“ Sie antwortet: „Rüde“. Ich kläre sie darüber auf, dass ich einen unkastrierten Rüden habe. Sie zuckelt noch einmal halbherzig an der Leine …. Der Hund bleibt stoisch liegen und starrt uns an. Da sagt sie: „Meistens ist er lieb“.

Was mag wohl „meistens“ bedeuten?

Während ich noch fassungslos gucke und mich frage, ob mir das Hoffnung geben soll, springt ihr Hund auf und will nicht zu uns – sondern zu Sinja – und das laut knurrend! Hund und Mensch schlittern ca. 2 Meter, die Frau brüllt den Hund an und der stoppt. Sie guckt mindestens so erstaunt wie wir – auch sie hatte wohl nicht damit gerechnet. Fritz und ich nutzten die Gunst des Augenblicks, um den Hund zu umrunden, da hören wir hinter uns noch ein: „Wie soll ich ihn denn halten?“

Das weiß ich ehrlich gesagt auch nicht – und das macht mir ein klein wenig Angst.