Auch Fritz kann manipulieren!

Auch Fritz kann manipulieren!

Es gibt Momente, da fragt man sich ernsthaft: Wer erzieht hier eigentlich wen? Ein frühmorgendlicher Streifzug durch die dunkle, eiskalte Winternacht – angetrieben von einem vorwurfsvollen Hundeblick und der ewigen Frage: Muss er wirklich, oder will er nur?

 

Es ist an sich schon mehr als gemein, wenn man Samstagmorgen um 5:30 Uhr wach wird und sofort weiß: Das war’s jetzt mit der Nacht. Keine Chance auf ein Zurück ins Reich der Träume. Ich habe mittlerweile gelernt, dann einfach aufzustehen und zu genießen, dass ich mehr Zeit habe. Man muss das Beste daraus machen, oder?

Ich gehe also in die Küche, koche mir einen Tee, nehme mir mein iPad, setze mich in einen Sessel – und da fällt mein Blick auf Fritz. Er sitzt vor der Terrassentür und starrt mich an. Vorwurfsvoll! Dieser Blick, den nur Hunde beherrschen, der einem direkt ins Gewissen fährt.

Der vorwurfsvolle Blick

Und bevor nun jemand mit Vorwürfen um sich wirft: Natürlich war das Erste, das ich nach dem Wachwerden und Aufstehen unternahm, das Tier einmal ordentlich zu bekuscheln. Natürlich! Nun aber sitzt eben dieses Tier vor der Tür und starrt. Alles an seinem Blick sagt: Ich muss da raus! Jetzt!!!

Das macht er natürlich nicht zum ersten Mal, aber ich bin jedes Mal verunsichert. Die Checkliste läuft im Kopf ab: Er war nachts noch einmal vor der Tür. Er hat nichts Außergewöhnliches gegessen. Er scheint gesund. Nach all diesen Überlegungen beschließe ich einfach, ins Büro zu gehen. Da ist es auch bequem, und ich kann das Tier nicht vor der Terrassentür sitzen sehen. Problem gelöst, oder?

Flucht ins Büro – Vergeblich!

Das stimmt. Aber kaum sitze ich gemütlich mit Tee und iPad auf meinem Schreibtischstuhl, da folgt mir der Hund und lässt sich – schwer seufzend – vor die Balkontür fallen. Um mich dann von dort aus anzustarren. Mit dem gleichen Blick. Dem gleichen vorwurfsvollen, unerbittlichen Blick.

Wer also bin ich, dass ich sagen kann, ob dieses Tier simuliert? Das kann ja auch ganz schnell zur Tierquälerei werden, sollte er tatsächlich das Bedürfnis haben, sich zu lösen. Die Verantwortung lastet schwer auf meinen Schultern.

Die Arktisexpedition um 5:30 Uhr

Also lasse ich den Tee stehen – meinen noch unberührten, schönen, heißen Tee. Ich springe in irgendwelche Klamotten, packe mich ein wie für eine Arktisexpedition (wir haben ja tatsächlich richtig Winter hier im Norden), schnappe mir eine Leine und stürze mich in die „Nacht“ – kalt und dunkel. Fritz stürzt mit – begeistert.

Er hüpft neben mir her, und ich höre ihn förmlich denken: Endlich passiert hier mal etwas! Ich dagegen bin nicht gewillt, ohne zumindest einen Tee getrunken zu haben, große Wanderungen zu unternehmen. Also schlage ich die gaaanz kurze Runde ein – ca. 5 Minuten. Das Tier hüpft und schnüffelt. Ansonsten macht er … nichts. Also auf jeden Fall nicht das, wofür ich auf den Tee verzichtete.

Das ernüchternde Fazit

Nach maximal 10 Minuten stehe ich also wieder im Haus und stürze mich auf meinen erkalteten Tee. Das Tier liegt übrigens jetzt wieder vor der Balkontür. Entspannt. Zufrieden. Mission erfüllt.

Ich sage mal nicht, was er mich mal kann …

 

Die Rubrik: Von Menschen mit Hunden

Die Rubrik: Von Menschen mit Hunden

 

Während meiner Weiterbildung habe ich dieses Konzept als Podcast angedacht. Und bin mir immer noch nicht sicher, ob ich das machen möchte. Aber das Thema lässt mich nicht los, daher nun hier als Rubrik.

„Der will doch nur spielen!“, habe ich in den letzten Jahren häufiger gehört – erstaunlicherweise rufen das meistens Menschen, deren Hund größer als der eigene ist. Noch erstaunlicher: Noch häufiger wollten die Hunde gar nicht spielen!

Willkommen in der Welt von Menschen mit Hunden.

Die zwei Seiten der Leinen – Mensch und Hund

Ich lebe seit 16 Jahren mit Hunden. Das sind ungefähr 5.840 Tage voller Leinen, Leckerlis, nasser Nasen – und Begegnungen mit Menschen, die ich ohne Hund vermutlich nie kennengelernt hätte. Manche davon waren nett. Manche merkwürdig. Manche Begegnungen waren so absurd, dass ich sie mir noch nicht hätte ausdenken können.

Und genau darum geht es hier.

Diese neue Rubrik heißt „Von Menschen mit Hunden“. Nicht „über Hunde“. Nicht „Erziehung leicht gemacht“. Sondern über das, was passiert, wenn Menschen mit Hund auf andere Menschen treffen. Mit oder ohne Hund. Mit oder ohne sehr klare Meinungen.

Hunde sind der Eisbrecher – oder der Zündfunke

Ein Hund ist ein sozialer Türöffner. Oder, je nach Tagesform, ein Brandbeschleuniger.

Mit Hund kommt man ins Gespräch, ob man will oder nicht:

„Der ist aber groß.“„Meiner mag keine schwarzen Hunde.“Angespanntes Schweigen bei maximal verkürzter Leine.

Und dann gibt es diese Situationen, in denen man merkt: Hier kommunizieren gerade zwei Menschen – aber leider nicht wirklich wohlerzogen.

Ich habe in 16 Jahren nur zwei Mal erlebt, dass sich Hunde gebissen haben. Was ich allerdings sehr oft erlebt habe: hochgezogene Augenbrauen, scharfe Worte, gekränkte Egos und Kommunikationsabbrüche auf offener Straße. Und bei mir selbst ab und zu den Wunsch zu beißen, bzw. zu hauen. Dank guter Erziehung unterließ ich es bisher.

Die Hunde? Die haben mich eher selten geärgert. Zumindest die der anderen. 😊

Warum ich darüber schreibe

Hunde spiegeln nicht nur uns selbst, sondern auch das, was zwischen uns passiert. Spannung wird gespürt. Unsicherheit wird gelesen. Aggression wird weitergereicht – manchmal nur nonverbal, aber sehr deutlich.

Und gleichzeitig entstehen durch Hunde Begegnungen, die ohne sie nie passiert wären: kurze Gespräche, ehrliches Lachen, manchmal sogar Freundschaften. Oder zumindest dieses Gefühl von: Ach, das war ja nett – hoffentlich treffen wir die bald mal wieder.

Ich möchte in dieser Rubrik genau das festhalten. Manchmal mit einem Augenzwinkern, manchmal mit einem Kopfschütteln über mich selbst – und wenn nötig auch ein wenig erbost. Nicht um zu belehren. Sondern um zu beobachten, einzuordnen und manchmal einfach nur festzustellen: Wir Menschen sind oft komplizierter als unsere Hunde.

Es geht um skurrile Begegnungen, stille Missverständnisse, unnötige Dramen und überraschend schöne Momente. Und um die Frage, warum wir uns häufig in der Kommunikation schwerer tun als unsere Hunde.

Und jetzt kommst du ins Spiel

Denn ich bin mir ziemlich sicher: Ich bin mit diesen Erlebnissen nicht allein.

Vielleicht hast du durch deinen Hund jemanden kennengelernt, der wichtig wurde. Vielleicht ergab sich daraus nicht nur eine tierische Liebesbeziehung?

Oder du hast dich sehr über einen Satz geärgert, der eigentlich harmlos gemeint war, Vielleicht ist dir eine Begegnung im Kopf geblieben, bei der du dich gefragt hast: Warum musste das gerade so eskalieren – obwohl es gar keinen Grund gab?

Oder aber du freust dich heute noch über deine eigene Schlagfertigkeit (meistens fallen einem die besten Antworten ja erst 10 Minuten zu spät ein)

Erzähl mir deine Geschichte. In den Kommentaren, per Mail oder in den sozialen Medien. Damit die Anderen sagen können: „Ja, genau so ist es“ oder „Das ist ja unglaublich“ oder damit wir gemeinsam lachen oder gar voneinander lernen.

Denn wenn genug Geschichten zusammenkommen, schauen wir weiter. Vielleicht wird daraus mehr als nur eine Rubrik. Vielleicht riecht das dann doch nach einem Podcast. Einem mit Gästen …

Aber eins nach dem anderen. 

 

Eine kurze Einführung

Eine kurze Einführung

Tatsächlich liegen zwischen dem Hund meiner Kindheit und den ersten eigenen Hunden mehr als 20 Jahre. Es gab also einmal eine hundelose Zeit in meinem Leben. Aber mit Anfang 40 kamen die Hunde dann gleich gewaltig – in Form von zwei Rüden namens Voltaire und William.

Voltaire, war der etwas ältere – genau genommen 9 Monate älter als William und ein Aussie-Appenzeller-Mix. Er strotzte nur so vor Intelligenz und Arbeitseifer – als Mensch wäre er unausstehlich gewesen, als Hund war er ein Traum.

William war vermutlich ein Briard-Mix. Er war unglaublich schön und nicht ganz so … hm… also nicht ganz so klug wie Voltaire – aber wer ist das schon? William zeichnete sich dadurch aus, dass er eher ein Freigeist war, er war (zumindest im Alter) sanftmütig und freundlich – zumindest so lange man kein unkastrierter Rüde war.

Gemeinsam lebten die Herren Hunde, auch genannt „die Jungs“ fast 14 Jahre bei mir – bis sie im Abstand von ca. 1,5 Jahren einen Stock höher zogen. Ich hielt es ganze 4 Monate ohne Hund aus, dann kam Fritz. Er ist inzwischen 16 Monate alt und derzeit ein absolutes Pubertier.  

Um diese Hunde und all ihre Freunde soll es hier gehen – und um die Menschen, die zu den Hunden gehören – genau genommen um die Begegnungen, die man tagtäglich so erträgt, entschuldigung hat, wenn man sich mit Hunden auf der Straße bewegt. Die alten Artikel über Voltaire und William sind von einem früheren Blog übernommen. Sie sind sozusagen eine Hommage an die Beiden.

Brauchen Hunde Bademäntel?

Brauchen Hunde Bademäntel?

Dieser Artikel stammt aus einer Zeit in der es noch keine Hundebademäntel bei Aldi zu kaufen gab – damals wurden meine Hunde noch belächelt. Daher ist dieser Artikel nur für die, die immer noch denken: Hundebademäntel?? Geht’s noch?

Aus modischer Sicht nicht unbedingt! Da könnten sie genauso gut ’nen flotten Pyjama bekommen. Aber ansonsten gibt es tatsächlich gute Argumente dafür.

Es geht nämlich nicht um Optik, sondern um Gesundheit:

Voltaire, der beste Schwimmer von allen, ist zum Beispiel der Meinung, dass jedes Wetter Schwimmwetter ist. Heute ist der 7. November – und die Herren Hunde waren schwimmen. Sie haben so lange gebettelt, bis ich nachgegeben habe.

Wobei das so nicht ganz stimmt: Wir waren in Begleitung unterwegs, und Voltaire überredete die Begleitung irgendwie, seinen Ball in den See zu werfen. Und der musste natürlich gerettet werden. Und wenn Voltaire darf, darf William natürlich auch. Und dann wollte der Hund der Begleitung ebenfalls …

Kurz gesagt: Meine Einwände („Es ist zwar sonnig, aber nicht wirklich warm … die Hunde sind auch nicht mehr die Jüngsten … verdammt, wir haben November – da müssen sie nicht ins Wasser!“) wurden ignoriert. Gegen vier Kerle war ich hilflos.

Eigentlich ist es purer Egoismus

Zurück zum Thema: Wenn so ein Hund aus dem Wasser kommt, fällt es ihm nicht immer leicht, wieder trocken zu werden. Das Gleiche gilt übrigens auch nach Starkregen oder längeren Spaziergängen bei mäßigem Nieselwetter. Kurz: Wenn ein Hund richtig nass ist, ist er – je nach Fell – schwer wieder trocken zu bekommen, selbst mit dem besten Handtuch.

Und dann hilft so ein Bademantel ungemein. Denn wenn man feucht ist, friert man nicht nur schneller, man riskiert auch, dass sich Krankheiten entwickeln. Voltaires beginnende Arthrose wird vermutlich auch nicht besser, wenn er kräftig friert …

Und ich höre sie schon, die Stimmen, die rufen: „Verdammt, das sind Tiere! Vermenschliche sie nicht so!“

Meine Antwort: „Tiere hin oder her – sie leben mit uns in warmen Wohnungen, gehen dann raus in die Kälte, beziehungsweise ins kalte Wasser, und kommen vielleicht nicht sofort wieder ins Warme. Und das soll die Natur einfach so regeln?“

So richtig natürlich ist diese Lebensweise ja auch nicht mehr.

Mal davon abgesehen gibt es noch ein sehr menschliches Argument für Hundebademäntel: Wenn man so ein Zottelmonster wie William hat, kann man nach einem Waldspaziergang im Regen stundenlang an ihm herumrubbeln. Kaum ist er in der Wohnung, schüttelt er sich – und irgendwie stelle ich dann fest, dass er immer noch eine halbe Düne im Fell hatte. Da ist so ein Bademantel auch ganz praktisch … wenn auch aus ziemlich egoistischen Gründen. 😅

Ein paar Tipps für alle, die jetzt neugierig geworden sind:

  • Die Bademäntel müssen saugfähig sein,

  • sich schnell an- und ausziehen lassen,

  • und (Trommelwirbel!) unter dem Bauch geschlossen sein.

Modell Voltaire zeigt hier ein gutes Beispiel: Die Jungs hatten schon einmal Bademäntel, die unten offen waren – sie verrutschten ständig, wärmten kaum und sorgten dafür, dass beim Schütteln alles nach unten tropfte. Das ist zwar besser als Sprühregen in alle Richtungen, aber trotzdem suboptimal.

Natürlich sollten die Mäntel auch gut passen. Sonst schläft Hund nicht gemütlich darin oder läuft nur halbherzig damit herum.

„Das Tier manipuliert“  oder „Können Hunde Simulanten sein?“

„Das Tier manipuliert“ oder „Können Hunde Simulanten sein?“

Dass Voltaire ein kluges Tier ist, habe ich hier schon mehrfach erwähnt.
Und dennoch bin ich manchmal baff, wie klug er tatsächlich ist.
Oder aber – und das ist die beunruhigendere Variante – für wie dumm er mich offenbar hält.  Denn der dreiste Kerl hat mich gestern fast eiskalt ausgetrickst.

Ein Spaziergang an der Bille

Wir waren mit einem Freund spazieren und kreuzten die Bille (für Nicht-Hamburger: ein kleiner Nebenfluss der Elbe).
Und sobald Voltaire Wasser sieht, gibt es für ihn nur einen Gedanken:
Das Personal (also ich) muss den Ball werfen, damit der Herr (also er) eine Aufgabe hat – nämlich, den Ball aus dem Wasser zu holen.

Er legt sich dann ans Ufer, schaut mich an – exakt so wie auf dem Foto oben – und hypnotisiert mich.
Da ich gut erzogen bin (von ihm, wohlgemerkt), erkannte ich die Aufforderung sofort, zog den Ball aus der Tasche und warf.

Voltaire stürzte sich in die Fluten und holte den Ball. Das machten wir drei Mal. Dann legte er mir den Ball vor die Füße, ich warf erneut – und er?
Schaute dem Ball interessiert hinterher.
Das war’s. Keine Bewegung. Kein Sprung. So standen wir da, der Herr und ich.
Und in der Bille schwamm der Ball.

Wenn Ignoranz zur Kunstform wird

Ich versuchte es freundlich: „Hol den Ball.“

Voltaire schaute gelangweilt in die Luft.
Ich wiederholte den Befehl. Er ignorierte mich.

Und wenn ich etwas ganz und gar nicht ausstehen kann, dann ist es ignoriert zu werden.
Also wurde mein Tonfall – sagen wir – deutlich militärischer.

Da schaute Voltaire mich an, und auf einmal hinkte er!
Das linke Hinterbein angezogen, scheinbar schwer verletzt.

Panik, Mitleid … und eine verdammt gute Show

Sowohl mein Freund als auch ich waren sofort in Sorge.
Meine Wut war schlagartig verflogen.
Doch dann erinnerte ich mich:
Voltaire weiß ganz genau, was passiert, wenn er humpelt.
Ich sorge mich. Ich untersuche. Ich verhätschele.

Also beugte ich mich nicht über ihn, um das Bein zu checken, sondern drehte mich einfach um – und lief los.

Nicht nur zur Überraschung meines Begleiters, sondern offenbar auch zu Voltaires.
Denn keine zwei Sekunden später startete der „Schwerverletzte“ durch – auf vier völlig funktionstüchtigen Pfoten.

Sieg nach Punkten

Ich stoppte, hob die Hand Richtung Wasser und sagte ruhig, aber bestimmt: „Hol den Ball.“

Und da Voltaire ja nicht dumm ist, wusste er:
Er hat verloren.

Er sprang ins Wasser, holte den Ball – und tat so, als wäre nichts gewesen.

Die Crux mit der Figur

Die Crux mit der Figur

Das ist Voltaire (aus Rücksicht auf seine Problemzonen heute nur ein Portraitfoto).

Voltaire und ich teilen ein Problem: Wir haben Pendelfiguren. Wenn wir mal nicht aufpassen oder mehr essen oder uns weniger bewegen, dann nehmen wir zu.

Und im Winter eh – da schlägt das Pendel aus, leider zugunsten des Gewichts. Also zu unseren Ungunsten.

Dummerweise ist nun Winter. Über meine Figur schweigen wir, aber Voltaire kann sich ja nicht wehren – er kann nämlich nicht tippen.

Die Ernährungsberaterin und ihr zu dicker Hund

Wer mich kennt, der weiß, dass ich auch Tierernährungsberaterin bin. Verdammt, wie kann es mir passieren, dass mein Hund zunimmt?

Ehrlich: Bei meinen Hunden bin ich in erster Linie „Frauchen“ bzw. „’s Mami“*. Völlig subjektiv. Ich betrachte meine Hunde und finde sie einfach schön. Außerdem sehe ich sie täglich.

Und nun ist es ja auch nicht so, dass Voltaire dick ist. Nein, er hat nur einfach ein wenig zu viel auf den Rippen. Aber ich merke es zunächst nicht. Nur gibt es ja hier auch noch einen Gatten (meinen). Und dessen Hunde sind das auch. Und aus mir persönlich völlig unerklärlichen Gründen ist der offensichtlich objektiver (aber diplomatisch genug, nie etwas zu meiner Figur zu sagen).

Und so verkündete er vor einigen Tagen: Der Hund muss abnehmen.

Die Wahrheit wiegt schwer

Meine Reaktion: „Nöööö.“ Das kommt aus meinem Mund, ohne dass ich denke – ein Verteidigungsreflex.

Gemeinerweise habe ich aber aus beruflichen Gründen eine Tierwaage – das ist für Voltaire echt blöd. Denn er wurde sofort gewogen. Und: Der Gatte hat recht.

Voltaire hat 1,1 kg zugenommen. Das ist für einen Hund seiner Größe echt viel – ca. 6 % seines normalen Körpergewichts. Lehnen Sie sich mal zurück und stellen Sie sich vor, was das für Ihre Figur bedeuten würde…

Voltaires Diätplan

Nun lebt Voltaire also auf Diät. D. h.: Er bekommt von allem ein klein wenig weniger als sonst. Dennoch darf er Gutzis als Belohnungen bekommen – nur ein paar weniger und andere. Er lässt auch keine Mahlzeiten aus. Ich reduziere sie eben nur. An der Bewegung kann ich nicht mehr viel machen – wir sind zwischen 3 und 4 Stunden täglich draußen und spielen auch viel.

Ich will keinen dicken Hund

Nur um das deutlich zu sagen: Ich würde ihn genauso lieben, wenn er 10 kg zugenommen hätte. Nur eben weniger lang. Denn für Hunde gilt das Gleiche wie für uns: Übergewicht kann krank machen (z. B. die Gelenke oder das Herz belasten, in schlimmen Fällen zu Diabetes führen und und und – genau so wie bei uns).

Und weil ich eigentlich anstrebe, dass meine Hunde mindestens 30 Jahre alt werden (besser wären 50, aber ich will nicht unverschämt sein), muss Voltaire nun ein wenig darben.

Es ist übrigens viel einfacher, einen Hund auf Diät zu setzen, als sich selbst. Man selbst muss nämlich nicht darben, damit der Hund abnimmt. Das ist gemein, aber wahr.

Ein Appell an alle Tierbesitzer

Und deswegen an dieser Stelle noch ein Appell an alle Tierbesitzer: Achten Sie auf das Gewicht Ihrer Tiere. Nicht aus optischen Gründen. Aus gesundheitlichen. Nein, ein Mops soll nicht aussehen wie ein Whippet – aber er soll auch nicht zu dick sein. Und er gehört auch nicht dick. Und natürlich hat ein Holsteiner Pferd eine andere Figur als ein Araber. Oder ein Perser eine andere Disposition als ein… na, Sie verstehen schon, was ich meine.

Und mir ist auch klar, dass nicht jeder eine Tierwaage parat hat. Aber für Hunde stehen die z. B. in vielen Tierbedarfsgeschäften zur freien Verfügung herum. Die meisten Katzen kann man auf den Arm nehmen und sich mit ihnen auf die eigene Waage stellen – sofern man denn mutig genug ist, sich danach selbst zu wiegen und dann das eigene Gewicht vom gemeinsamen abzuziehen. 🙂

Freunde sagen die Wahrheit

Und was wirklich jeder Mensch hoffentlich hat: Freunde! Das sind diese Menschen, die manchmal so unbequem sind, weil sie einem die Wahrheit sagen. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Ihr Tier zugenommen hat, dann fragen Sie einen Freund nach seiner Meinung. Meine Freunde fragen mich auch – und bei IHREN Tieren sehe ich, wenn sie zugenommen haben. Was vor allen Dingen daran liegt, dass ich ihre Tiere nicht täglich sehe.

Und bisher hat mir noch keiner meiner Freunde die Freundschaft gekündigt, wenn ich die Frage nach einer möglichen Gewichtszunahme bei einem ihrer Tiere bejaht habe. Denn noch einmal: Es ist so viel einfacher, sein Tier schlank zu halten, als bei sich selbst konsequent zu sein.

Finde ich zumindest.

*s*Mami ist ein schweizer Ausdruck, er gilt sowohl für Mütter, als auch für Frauchen.