„Meistens ist er lieb“ – Von Menschen mit Hunden 2

„Meistens ist er lieb“ – Von Menschen mit Hunden 2

Der Norden Deutschlands versinkt im Schnee – und da die Räumdienste eh nicht hinterherkommen, sind die Wege in Parks nur notdürftig geräumt – man muss sie ja nicht nutzen. Als Hundebesitzer macht man es dennoch. Das führt zum Teil zu eher noch skurrileren Begegnungen von Menschen mit Hunden.

Zu Anfang eine Kaufempfehlung, die nicht wirklich etwas mit dem Thema zu tun hat:
Leider bin ich auf die Idee mit den Spikes erst gegen Ende des Winters gekommen – hiermit spreche ich Hundebesitzern und Spaziergängern jeden Alters eine dringende Empfehlung aus – Spikes sind einfach toll.

Als die Begegnung stattfand, hatte ich noch keine Spikes unter den Füßen und schlitterte daher wie alle anderen so vor mich hin. Fritz und ich liefen mit seiner Freundin Sinja und deren Besitzerin – man könnte auch sagen mit meiner Freundin Conny und deren Hund – aber wer bin ich denn, dass ich uns so wichtig nehme – durch den Park, die Hunde im Freilauf, was das Balancieren auf den Eisplatten ungemein erleichtert.

Sollten Menschen nicht mehr als ihre Hunde wiegen?

Da sehen wir aus einiger Entfernung eine sehr kleine Frau mit einem sehr großen Hund auf uns zulaufen – gefühlt haben die beiden das gleiche Gewicht. Der Hund ist angeleint. Wohlerzogen wie wir sein können, rufen wir unsere Hunde zu uns. Wohlerzogen wie diese sein können, kommen sie und lassen sich anleinen.

So gehen wir aufeinander zu. Da der Weg eng ist, gehen Conny und ich schon hintereinander. Die Dame geht mitten auf dem Weg auf uns zu. Dann lässt ihr Hund sich fallen – mitten auf dem Weg, geschätzte 40-50 kg. Die Besitzerin zuckelt an der Leine, das Tier scheint es nicht zu bemerken. Beide bleiben einfach da, wo sie sind. Conny überholt mit ihrer Hündin an der kurzen Leine zügig und bleibt nach ein paar Metern stehen, um auf uns zu warten.
Ich frage die Dame: „Rüde oder Mädchen?“ Sie antwortet: „Rüde“. Ich kläre sie darüber auf, dass ich einen unkastrierten Rüden habe. Sie zuckelt noch einmal halbherzig an der Leine …. Der Hund bleibt stoisch liegen und starrt uns an. Da sagt sie: „Meistens ist er lieb“.

Was mag wohl „meistens“ bedeuten?

Während ich noch fassungslos gucke und mich frage, ob mir das Hoffnung geben soll, springt ihr Hund auf und will nicht zu uns – sondern zu Sinja – und das laut knurrend! Hund und Mensch schlittern ca. 2 Meter, die Frau brüllt den Hund an und der stoppt. Sie guckt mindestens so erstaunt wie wir – auch sie hatte wohl nicht damit gerechnet. Fritz und ich nutzten die Gunst des Augenblicks, um den Hund zu umrunden, da hören wir hinter uns noch ein: „Wie soll ich ihn denn halten?“

Das weiß ich ehrlich gesagt auch nicht – und das macht mir ein klein wenig Angst.

Die Rubrik: Von Menschen mit Hunden

Die Rubrik: Von Menschen mit Hunden

 

Während meiner Weiterbildung habe ich dieses Konzept als Podcast angedacht. Und bin mir immer noch nicht sicher, ob ich das machen möchte. Aber das Thema lässt mich nicht los, daher nun hier als Rubrik.

„Der will doch nur spielen!“, habe ich in den letzten Jahren häufiger gehört – erstaunlicherweise rufen das meistens Menschen, deren Hund größer als der eigene ist. Noch erstaunlicher: Noch häufiger wollten die Hunde gar nicht spielen!

Willkommen in der Welt von Menschen mit Hunden.

Die zwei Seiten der Leinen – Mensch und Hund

Ich lebe seit 16 Jahren mit Hunden. Das sind ungefähr 5.840 Tage voller Leinen, Leckerlis, nasser Nasen – und Begegnungen mit Menschen, die ich ohne Hund vermutlich nie kennengelernt hätte. Manche davon waren nett. Manche merkwürdig. Manche Begegnungen waren so absurd, dass ich sie mir noch nicht hätte ausdenken können.

Und genau darum geht es hier.

Diese neue Rubrik heißt „Von Menschen mit Hunden“. Nicht „über Hunde“. Nicht „Erziehung leicht gemacht“. Sondern über das, was passiert, wenn Menschen mit Hund auf andere Menschen treffen. Mit oder ohne Hund. Mit oder ohne sehr klare Meinungen.

Hunde sind der Eisbrecher – oder der Zündfunke

Ein Hund ist ein sozialer Türöffner. Oder, je nach Tagesform, ein Brandbeschleuniger.

Mit Hund kommt man ins Gespräch, ob man will oder nicht:

„Der ist aber groß.“„Meiner mag keine schwarzen Hunde.“Angespanntes Schweigen bei maximal verkürzter Leine.

Und dann gibt es diese Situationen, in denen man merkt: Hier kommunizieren gerade zwei Menschen – aber leider nicht wirklich wohlerzogen.

Ich habe in 16 Jahren nur zwei Mal erlebt, dass sich Hunde gebissen haben. Was ich allerdings sehr oft erlebt habe: hochgezogene Augenbrauen, scharfe Worte, gekränkte Egos und Kommunikationsabbrüche auf offener Straße. Und bei mir selbst ab und zu den Wunsch zu beißen, bzw. zu hauen. Dank guter Erziehung unterließ ich es bisher.

Die Hunde? Die haben mich eher selten geärgert. Zumindest die der anderen. 😊

Warum ich darüber schreibe

Hunde spiegeln nicht nur uns selbst, sondern auch das, was zwischen uns passiert. Spannung wird gespürt. Unsicherheit wird gelesen. Aggression wird weitergereicht – manchmal nur nonverbal, aber sehr deutlich.

Und gleichzeitig entstehen durch Hunde Begegnungen, die ohne sie nie passiert wären: kurze Gespräche, ehrliches Lachen, manchmal sogar Freundschaften. Oder zumindest dieses Gefühl von: Ach, das war ja nett – hoffentlich treffen wir die bald mal wieder.

Ich möchte in dieser Rubrik genau das festhalten. Manchmal mit einem Augenzwinkern, manchmal mit einem Kopfschütteln über mich selbst – und wenn nötig auch ein wenig erbost. Nicht um zu belehren. Sondern um zu beobachten, einzuordnen und manchmal einfach nur festzustellen: Wir Menschen sind oft komplizierter als unsere Hunde.

Es geht um skurrile Begegnungen, stille Missverständnisse, unnötige Dramen und überraschend schöne Momente. Und um die Frage, warum wir uns häufig in der Kommunikation schwerer tun als unsere Hunde.

Und jetzt kommst du ins Spiel

Denn ich bin mir ziemlich sicher: Ich bin mit diesen Erlebnissen nicht allein.

Vielleicht hast du durch deinen Hund jemanden kennengelernt, der wichtig wurde. Vielleicht ergab sich daraus nicht nur eine tierische Liebesbeziehung?

Oder du hast dich sehr über einen Satz geärgert, der eigentlich harmlos gemeint war, Vielleicht ist dir eine Begegnung im Kopf geblieben, bei der du dich gefragt hast: Warum musste das gerade so eskalieren – obwohl es gar keinen Grund gab?

Oder aber du freust dich heute noch über deine eigene Schlagfertigkeit (meistens fallen einem die besten Antworten ja erst 10 Minuten zu spät ein)

Erzähl mir deine Geschichte. In den Kommentaren, per Mail oder in den sozialen Medien. Damit die Anderen sagen können: „Ja, genau so ist es“ oder „Das ist ja unglaublich“ oder damit wir gemeinsam lachen oder gar voneinander lernen.

Denn wenn genug Geschichten zusammenkommen, schauen wir weiter. Vielleicht wird daraus mehr als nur eine Rubrik. Vielleicht riecht das dann doch nach einem Podcast. Einem mit Gästen …

Aber eins nach dem anderen.