Auch Fritz kann manipulieren!

10. Januar 2026 | Köter

✦ KI-generiertes Bild

Es gibt Momente, da fragt man sich ernsthaft: Wer erzieht hier eigentlich wen? Ein frühmorgendlicher Streifzug durch die dunkle, eiskalte Winternacht, angetrieben von einem vorwurfsvollen Hundeblick und der ewigen Frage: Muss er wirklich, oder will er nur?

Es ist an sich schon mehr als gemein, wenn man an einem Samstagmorgen um 5:30 Uhr wach wird und sofort weiß: Das war’s jetzt mit der Nacht. Keine Chance auf ein Zurück ins Reich der Träume. Ich habe mittlerweile gelernt, dann einfach aufzustehen und zu genießen, dass ich mehr Zeit habe. Man muss das Beste daraus machen, oder?

Ich gehe also in die Küche, koche mir einen Tee, nehme mir mein iPad, setze mich in einen Sessel, und da fällt mein Blick auf Fritz. Er sitzt vor der Terrassentür und starrt mich an. Vorwurfsvoll! Dieser Blick, den nur Hunde beherrschen, der einem direkt ins Gewissen fährt.

Der vorwurfsvolle Blick

Und bevor nun jemand mit Vorwürfen um sich wirft: Natürlich war das Erste, was ich nach dem Wachwerden und Aufstehen getan habe, das Tier einmal ordentlich zu bekuscheln. Natürlich! Nun aber sitzt eben dieses Tier vor der Tür und starrt. Alles an seinem Blick sagt: Ich muss da raus! Jetzt!!!

Das macht er natürlich nicht zum ersten Mal, aber ich bin jedes Mal verunsichert. Die Checkliste läuft im Kopf ab: Er war nachts noch einmal vor der Tür. Er hat nichts Außergewöhnliches gegessen. Er scheint gesund. Nach all diesen Überlegungen beschließe ich einfach, ins Büro zu gehen. Da ist es auch bequem, und ich kann das Tier nicht vor der Terrassentür sitzen sehen. Problem gelöst, oder?

Flucht ins Büro: vergeblich!

Dachte ich. Aber kaum sitze ich gemütlich mit Tee und iPad auf meinem Schreibtischstuhl, da folgt mir der Hund und lässt sich, schwer seufzend, vor die Balkontür fallen. Um mich dann von dort aus anzustarren. Mit dem gleichen Blick. Dem gleichen vorwurfsvollen, unerbittlichen Blick.

Wer bin ich also, dass ich beurteilen könnte, ob dieses Tier simuliert? Das kann ja auch ganz schnell zur Tierquälerei werden, sollte er tatsächlich das Bedürfnis haben, sich zu lösen. Die Verantwortung lastet schwer auf meinen Schultern.

Die Arktisexpedition um 5:30 Uhr

Also lasse ich den Tee stehen: meinen noch unberührten, schönen, heißen Tee. Ich springe in irgendwelche Klamotten, packe mich ein wie für eine Arktisexpedition (wir haben ja tatsächlich richtig Winter hier im Norden), schnappe mir eine Leine und stürze mich in die „Nacht“, kalt und dunkel. Fritz stürzt mit. Begeistert.

Er hüpft neben mir her, und ich höre ihn förmlich denken: Endlich passiert hier mal etwas! Ich dagegen bin nicht gewillt, ohne zumindest einen Tee getrunken zu haben, große Wanderungen zu unternehmen. Also schlage ich die gaaanz kurze Runde ein, etwa fünf Minuten. Das Tier hüpft und schnüffelt. Ansonsten macht er … nichts. Also auf jeden Fall nicht das, wofür ich auf den Tee verzichtet habe.

Das ernüchternde Fazit

Nach höchstens zehn Minuten stehe ich also wieder im Haus und stürze mich auf meinen erkalteten Tee. Das Tier liegt übrigens jetzt wieder vor der Balkontür. Entspannt. Zufrieden. Mission erfüllt.

Wer hier wen erzogen hat, dürfte damit geklärt sein.

Ich sage jetzt lieber nicht, was er mich mal kann …

Fritz ist nicht der erste meiner Hunde, der so etwas macht.

KI-bearbeitetes Porträt: Inken Rehburg, Marketing und PR für Food und Pet, mit Brille, stützt das Kinn auf die Hand und schaut freundlich in die Kamera, schwarz-weiß

✦ KI-bearbeitet

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