Zu dumm zum Radfahren – oder: Warum denkt das Tier nicht für mich?

Zu dumm zum Radfahren – oder: Warum denkt das Tier nicht für mich?

13 Grad, Sonnenschein, kein Wind. Norddeutschland im Ausnahmezustand. Da liegt es natürlich nahe, das Fahrrad aus dem Keller zu befreien und das Tier mitzunehmen. Was kann da schon schiefgehen?

Nun ja.

Der Plan war eigentlich gut

So schwang ich mich heute Morgen also aufs Rad, leinte das Tier an – und wir fuhren los. Es war herrlich: Die Sonne schien, Fritz trabte brav neben mir her, und ich fühlte mich ausgesprochen sportlich und selbstzufrieden. So müsste das Leben immer sein.

Die Fußgängerampel

Kurz vor Zuhause, auf dem Rückweg, mussten wir an einer Fußgängerampel halten. Kein Problem. Ich lehnte mich – auf dem Fahrrad sitzend und natürlich ausgesprochen elegant – an den Mast, an dem die Ampel befestigt war. Das Tier stand neben mir. Alles entspannt.

Die Ampel wurde grün. Ich sagte zu dem Tier: „Los!“

Ich fuhr los, er galoppierte. Dann flog ich rückwärts…

Das Problem mit dem Laternenmast

Leider befand sich der Laternenmast zwischen uns. Das Tier, das gerade einmal ein Viertel meines Gewichts auf die Waage bringt, zog mich mit einer für mich überraschenden Entschlossenheit vom Fahrrad. Das Fahrrad fuhr einen Meter weiter. Ich landete einen halben Meter zurück. Auf dem Steißbein.

Ich sage „landete“ – es war weniger eine kontrollierte Landung als ein … Aufprall.

Das Publikum

Auf der anderen Straßenseite: zwei ältere Rollatornutzer. Sie hielten inne. Stützten sich auf ihre Rollatoren. Und schauten gespannt herüber.

Während ich mich fluchend erhob und dem Tier meinen Unmut mitteilte – laut und deutlich, für alle Beteiligten gut hörbar –, stieg ein Herr aus einem Auto und fragte besorgt, ob ich okay sei. Ich log. Behauptete, alles wäre gut. Bis zu diesem Moment hatte ich übrigens noch nicht verstanden, warum ich geflogen war. Und da ich bei Schmerzen zu Ungerechtigkeit neige, ging ich davon aus, dass das Tier einfach irgendwo schnüffeln wollte und mich dabei vom Fahrrad geholt hatte.

Der Herr belehrte mich eines Besseren – der Laternenpfahl war schuld… nicht das Tier.

Dabei hätte ich es so gerne verhauen…

Das ernüchternde Fazit

Tue ich natürlich nicht. Aber vermutlich sollte ich auch nicht davon ausgehen, dass der Hund für mich mitdenkt.

Das macht er nämlich nicht. Das hat er heute sehr eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Das Steißbein weiß das nun übrigens auch.

Blumenkohl aus dem Ofen – mit Dukkah

Blumenkohl aus dem Ofen – mit Dukkah

Kurz vor Weihnachten war ich bei Freunden eingeladen. Ein entspannter Abend, die entsetzlicher Weise inzwischen erwachsenen Kindern mit am Tisch, so dass wir am Ende neun Personen waren.

Damit es für die Gastgeber unkompliziert bleibt, wurde jeder gebeten, etwas mitzubringen. Das ist immer einer gute Idee: Man probiert Neues und niemand steht stundenlang allein in der Küche.

Eine der Töchter und ihr Partner brachten einen ganzen, im Ofen gerösteten Blumenkohl mit. Goldbraun, würzig, mit  knusprigem Topping. Ich war ehrlich gesagt skeptisch. Blumenkohl gehört nicht zu meinen Favoriten.

Nach dem ersten Bissen war klar: Ich ändere meine Meinung.

Zu Hause habe ich die Idee aufgegriffen und meine eigene Version daraus gemacht. Mit orientalisch angehauchter Marinade, Dukkah und einem Honig-Knoblauch-Joghurt.

Das Ergebnis funktioniert als vegetarisches Hauptgericht genauso gut wie als Bestandteil einer Mezze-Tafel. Warm aus dem Ofen serviert, in die Mitte gestellt, alle greifen zu. So mag ich Essen.

Was ist eigentlich Dukkah?

Dukkah stammt ursprünglich aus Ägypten und ist eine Gewürz-Nuss-Mischung. Klassisch besteht sie aus gerösteten Nüssen, oft Haselnüssen oder Mandeln, dazu Sesam, Koriandersamen, Kreuzkümmel und Salz. Alles wird grob gemörsert, nicht pulverisiert. Genau das macht den Reiz aus.

Dukkah bringt Röstaromen, Würze und Textur auf den Teller. Es knuspert, es duftet, es verstärkt das, was ohnehin schon gut schmeckt.

Man kann Dukkah fertig kaufen oder selbst machen. Selbstgemacht hat den Vorteil, dass man die Gewürze anpassen kann. Mehr Kreuzkümmel, weniger Koriander, vielleicht etwas Chili.

Ich war bisher faul und habe es fertig gekauft – das werde ich aber beim nächsten Mal ändern.

Hier nun das Rezept:

Ofen-Blumenkohl mit Dukkah und Honig-Knoblauch-Joghurt

Außen würzig geröstet, innen weich und saftig – dieser ganze Ofen-Blumenkohl ist das perfekte vegetarische Hauptgericht oder eine beeindruckende Beilage. Die Marinade mit Kreuzkümmel, Paprika und Curry sorgt für Tiefe, Dukkah bringt Crunch und der Honig-Knoblauch-Joghurt setzt einen süß-würzigen Kontrast.

Für den Blumenkohl

  • 1 Blumenkohl, 800 g bis 1 kg
  • 200 ml gute Brühe, Gemüse oder Huhn

Marinade

  • 4 EL Sonnenblumenöl
  • 1½ TL Salz
  • Pfeffer nach Geschmack
  • ½ TL Kreuzkümmel
  • ½ TL geräuchertes Paprikapulver
  • ½ TL Currypulver
  • 2 bis 3 Knoblauchzehen, gepresst
  • 4 EL Sesam

Für den Honig-Knoblauch-Joghurt

  • 300 g Rahmjoghurt griechischer Art

  • 2 EL Honig

  • 2 bis 3 Knoblauchzehen, gepresst

  • 1 EL Sesamöl

  • Salz

  • Pfeffer

    • 4 EL Pinienkerne

    • 3 EL Granatapfelkerne

    • 6 EL Dukkah (gekauft oder selbstgemacht)

Zubereitung

Blumenkohl vorbereiten

Den Blumenkohl putzen und die äußeren Blätter entfernen.
Wichtig: Den Strunk nur so weit einschneiden, dass der Kohlkopf ganz bleibt. Er soll als Ganzes im Ofen garen.

Eine runde, gefettete Gratinform oder ein Backblech in passender Größe vorbereiten und den Blumenkohl hineinsetzen.

Marinieren und backen

Alle Zutaten für die Marinade gut verrühren.
Den Blumenkohl rundum großzügig damit bestreichen. Auch zwischen die Röschen etwas Marinade einarbeiten.

Die Brühe in die Form gießen, sodass der Boden bedeckt ist.

Im vorgeheizten Backofen bei 180 Grad Heißluft etwa 60 Minuten garen.
Zwischendurch immer wieder mit der Marinade bepinseln oder mit etwas Bratensaft aus der Form begießen.

Der Blumenkohl ist fertig, wenn er weich ist und außen eine schöne goldbraune Farbe hat.

Joghurt-Dip zubereiten

Joghurt, Honig, Knoblauch und Sesamöl verrühren.
Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Pinienkerne in einer Pfanne ohne Fett goldbraun rösten.

Anrichten

Den heißen Blumenkohl aus dem Ofen nehmen.
Mit gerösteten Pinienkernen und Granatapfelkernen bestreuen.

Mit Dukkah bestäuben oder separat dazu reichen.
Den Honig-Knoblauch-Joghurt als Dip servieren.

Tipps

  • Wer es schärfer mag, gibt etwas Chili in die Marinade.

  • Als vegane Variante einfach pflanzlichen Joghurt verwenden und den Honig durch Ahornsirup ersetzen.

Genießt es!

Und das Bild wurde wieder einmal mit Nano Banana erstellst – momentan ist das mein Favorit. Aber das ändert sich ja recht regelmäßig.

„Meistens ist er lieb“ – Von Menschen mit Hunden 2

„Meistens ist er lieb“ – Von Menschen mit Hunden 2

Der Norden Deutschlands versinkt im Schnee – und da die Räumdienste eh nicht hinterherkommen, sind die Wege in Parks nur notdürftig geräumt – man muss sie ja nicht nutzen. Als Hundebesitzer macht man es dennoch. Das führt zum Teil zu eher noch skurrileren Begegnungen von Menschen mit Hunden.

Zu Anfang eine Kaufempfehlung, die nicht wirklich etwas mit dem Thema zu tun hat:
Leider bin ich auf die Idee mit den Spikes erst gegen Ende des Winters gekommen – hiermit spreche ich Hundebesitzern und Spaziergängern jeden Alters eine dringende Empfehlung aus – Spikes sind einfach toll.

Als die Begegnung stattfand, hatte ich noch keine Spikes unter den Füßen und schlitterte daher wie alle anderen so vor mich hin. Fritz und ich liefen mit seiner Freundin Sinja und deren Besitzerin – man könnte auch sagen mit meiner Freundin Conny und deren Hund – aber wer bin ich denn, dass ich uns so wichtig nehme – durch den Park, die Hunde im Freilauf, was das Balancieren auf den Eisplatten ungemein erleichtert.

Sollten Menschen nicht mehr als ihre Hunde wiegen?

Da sehen wir aus einiger Entfernung eine sehr kleine Frau mit einem sehr großen Hund auf uns zulaufen – gefühlt haben die beiden das gleiche Gewicht. Der Hund ist angeleint. Wohlerzogen wie wir sein können, rufen wir unsere Hunde zu uns. Wohlerzogen wie diese sein können, kommen sie und lassen sich anleinen.

So gehen wir aufeinander zu. Da der Weg eng ist, gehen Conny und ich schon hintereinander. Die Dame geht mitten auf dem Weg auf uns zu. Dann lässt ihr Hund sich fallen – mitten auf dem Weg, geschätzte 40-50 kg. Die Besitzerin zuckelt an der Leine, das Tier scheint es nicht zu bemerken. Beide bleiben einfach da, wo sie sind. Conny überholt mit ihrer Hündin an der kurzen Leine zügig und bleibt nach ein paar Metern stehen, um auf uns zu warten.
Ich frage die Dame: „Rüde oder Mädchen?“ Sie antwortet: „Rüde“. Ich kläre sie darüber auf, dass ich einen unkastrierten Rüden habe. Sie zuckelt noch einmal halbherzig an der Leine …. Der Hund bleibt stoisch liegen und starrt uns an. Da sagt sie: „Meistens ist er lieb“.

Was mag wohl „meistens“ bedeuten?

Während ich noch fassungslos gucke und mich frage, ob mir das Hoffnung geben soll, springt ihr Hund auf und will nicht zu uns – sondern zu Sinja – und das laut knurrend! Hund und Mensch schlittern ca. 2 Meter, die Frau brüllt den Hund an und der stoppt. Sie guckt mindestens so erstaunt wie wir – auch sie hatte wohl nicht damit gerechnet. Fritz und ich nutzten die Gunst des Augenblicks, um den Hund zu umrunden, da hören wir hinter uns noch ein: „Wie soll ich ihn denn halten?“

Das weiß ich ehrlich gesagt auch nicht – und das macht mir ein klein wenig Angst.

Wenn die KI 2 x klingelt

Wenn die KI 2 x klingelt

Dieser kurze Beitrag ist eigentlich ein LinkedIn-Beitrag von mir. Denn nach dem Interview von Sabine, musste ich doch einmal erfragen, wer bisher so alles von einer KI interviewt wurde… bisher hat sich niemand gemeldet.

Manchmal, wenn mich eine Anzeige wirklich anspricht, dann bewerbe ich mich. So auch kürzlich.

Was ich nicht wusste: Zwischen mir und dem Unternehmen saß ein Headhunter – mit einer „digitalen Assistentin“, nennen wir sie Sabine.

Das Interview lief… interessant:

  • Sabine lobte mich für ALLES. Egal was ich sagte – ich war brilliant!
  • Sie fiel mir mitten im Satz ins Wort, das war aber nicht schlimm, denn sie tat es nur um mich zu loben.
  • Wir teilten mehrere Sekunden Schweigen, vermutlich fehlten ihr dann vor Begeisterung die Worte.
  • Meine Antworten? Scheinbar immer richtig. Alle. Ohne Ausnahme.
  • Am Ende versprach sie, dass ich „gaaaanz bald“ vom Unternehmen hören würde (was mich wirklich freuen würde)

    Mein Fazit?

    Ich würde gerne täglich mit Sabine sprechen – schließlich werde ich viel zu selten gelobt. Aber ihr Timing? Das braucht definitiv noch etwas Arbeit, damit man ihr auch glaubt, dass sie es ernst meint.

    Die eigentliche Frage dahinter: Wie weit sind wir wirklich mit KI im Recruiting? Und unabhängig von all dem Lob für mich – wäre der Einsatz eines Menschen nicht vielleicht doch effektiver?

Saté-Pasta mit Huhn

Saté-Pasta mit Huhn

Ich habe keine Ahnung mehr, woher ich dieses Rezept habe – ich koche es schon lange, kann mich aber an den Ursprung nicht erinnern. Es ist irgendwie eine Abwandlung der indonesischen Saté-Spieße – ohne Spieße, dafür mit Pasta. 
(Übrigens ist auch dieses Titelbild nicht in meiner Küche, sondern mit Nano Banana entstanden.)

Gestern waren Claudia und Andreas zu Besuch – das war aus mehreren Gründen schön. Für mich war es besonders schön, weil die beiden so ganz nebenbei meine Geschirrspülmaschine repariert haben – einfach nach einem YouTube-Video (das läuft nicht unter Schwarzarbeit!). Für uns alle war es schön (hoffe ich zumindest), weil wir einen netten Abend hatten – allerdings etwas zu sättigend.

Manchmal darf es auch etwas mehr sein

Eigentlich würde ich behaupten, dass die oben angegebene Menge für 4 Personen reichen würde – wir haben aber alles zu dritt aufgegessen.
Und das, obwohl es dazu noch einen koreanischen Gurkensalat gab (Rezept folgt).
Allerdings muss man dazu sagen, dass die beiden Besucher nicht nur sehr sportlich sind, sondern auch sehr konsequent – wenn sie wissen, dass sie abends zum Essen eingeladen sind, dann essen sie tagsüber weniger. Mir ermangelt es ja leider an so viel Disziplin. Langer Rede, kurzer Sinn: Im Normalfall reichen die Mengen für 4 Personen. Da jammert dann auch keiner nach dem Essen – so wie wir es taten.

Außerdem kann man das Ganze auch super ohne Huhn essen – oder stattdessen mit Tofu. Den Tofu würde ich allerdings nicht vorher marinieren.
Woher ich das Einlegen des Huhns in Natron habe, weiß ich nicht mehr – man sollte wirklich wenig Natron nehmen (vermutlich verstoße ich damit gegen irgendwelche Regeln der Haute Cuisine), aber das Huhn ist dann unglaublich zart! .

Zutaten

Hähnchen & Marinade

  • 600 g Hähnchenbrustfilet, mundgerecht gewürfelt

  • ca. ½ TL Natron

  • 2–3 EL Sojasauce

  • 1 EL Sesamöl zum Braten

Nusssoße

  • 1 EL Sesamöl

  • 3 Knoblauchzehen, zerdrückt

  • 2 frische Chili, fein gehackt

  • 1 TL Ingwer, frisch gerieben

  • 4–5 EL Erdnussmus

  • 400 ml Kokosmilch

  • 1 EL Kokosblütenzucker (alternativ brauner Zucker)

  • Sojasauce nach Geschmack

  • Fischsauce nach Geschmack

  • Reisessig nach Geschmack
  • Chiliflocken nach Belieben

Pasta & Topping

    • 500 g Spaghetti

    • 4 Frühlingszwiebeln, in feine Ringe geschnitten

    • 1 Bund Koriander, grob gehackt

    • geröstete Erdnüsse
    • Crunchy Chili Oil zum Servieren

Zubereitung

Hähnchen vorbereiten
Die Hähnchenwürfel mit dem Natron bestreuen, mit etwas Sojasauce vermengen, bis alles leicht angefeuchtet ist. Abgedeckt 30 Minuten im Kühlschrank ziehen lassen.
Danach nicht extra abspülen, sondern direkt weiterverarbeiten.

Hähnchen anbraten
Sesamöl in einer großen Pfanne erhitzen. Das Hähnchen portionsweise scharf anbraten, bis es goldbraun ist. Aus der Pfanne nehmen und beiseitestellen.

Soßenbasis aufbauen
Erneut etwas Sesamöl in die Pfanne geben. Knoblauch, Chili und Ingwer bei mittlerer Hitze kurz anschwitzen, bis es intensiv duftet. Nicht bräunen lassen.

Nusssoße kochen
Erdnussmus einrühren und unter Rühren schmelzen lassen. Kokosmilch angießen, gut verrühren und 5–10 Minuten sanft köcheln, bis die Soße cremig wird.

Abschmecken
Mit Sojasauce, Fischsauce, Reisessig und Kokosblütenzucker würzen. Jetzt entscheiden: mehr Chili frisch oder als Flocken. Die Soße soll ausgewogen, leicht süßlich, salzig und pikant sein.

Hähnchen zurück in die Pfanne
Fleisch zur Soße geben und kurz ziehen lassen, bis alles gut verbunden ist.

Pasta kochen
Spaghetti in reichlich Salzwasser al dente kochen, abgießen.

Anrichten
Spaghetti auf Teller geben, großzügig mit der Erdnusssoße toppen. Mit Frühlingszwiebeln, Erdnüssen und Koriander bestreuen. Am Tisch mit Crunchy Chili Oil veredeln.

Genießt es!